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Coming Out Simulator

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Der Hauptcharakter sitzt umgeben von Kaffeebechern in einem dunklen Raum vor einem PC-Bildschirm.

Der Coming Out Simulator 2014 ist ein kurzes, dialogbasiertes interaktives Text-Adventure das von der Indie Entwicklerin Nicky Case entwickelt wurde, um ihre Coming-Out Erfahrungen in einem sehr konservativen Haushalt zu verarbeiten. Im Zentrum des Spiels steht die semi-autobiografisch erzählte Geschichte der Entwicklerin: Die Spieler*innen schlüpfen in die Rolle einer jungen Person, die an einem Abend vor der schwierigen Entscheidung steht, ihren Eltern die Wahrheit über ihre sexuelle Identität zu erzählen. Über eine minimalistische, textbasierte Oberfläche, die an Chatnachrichten erinnert,werden die Gespräche mit dem Freund und später mit den Eltern des Protagonisten beeinflusst und mitverfolgt. Die Gameplay-Elemente sind dabei bewusst einfach gehalten: An entscheidenden Punkten wählen die Spieler*innen aus mehreren Antwortmöglichkeiten aus – typischerweise zwischen Wahrheit, Halbwahrheit oder einer Ausweichantwort. bzw. Lüge. Diese Dialogentscheidungen beeinflussen, wie Figuren reagieren und wie sich die Geschichte entfaltet. Das Spiel nutzt dieses System, um emotionale Tiefe und Entscheidungskonsequenzen zu vermitteln, ganz ohne komplexe Mechaniken oder grafische Effekte. Die Stärke von Coming Out Simulator 2014 liegt gerade darin, dass es mit kleinen, aber wirkungsvollen Mitteln Empathie und Perspektivübernahme fördert: Spieler*innen können unmittelbar nachvollziehen, wie unterschiedlich Gespräche verlaufen können, je nachdem, welche Worte oder Strategien gewählt werden. 

Der Coming Out Simulator wurde 2015 als Finalist in der Kategorie Excellence in Narrative beim Independent Games Festival nominiert und ist kostenlos im Webbrowser spielbar (nur auf Englisch verfügbar). Da die Thematik persönliche und gesellschaftliche Herausforderungen rund um sexuelle Identität behandelt, sollte ein Einsatz im Unterricht pädagogisch begleitet und sensibel vorbereitet werden.

  • Narrative
  • Text-Adventure
  • Autobiography
k.A.
  • Gesamtspieldauer: ca 20min
€ 1-10€
€€ 11-25€
€€€ über 25 Euro
kostenlos
1-2 Spieler*innen pro Gerät

Bilder und Videos zum Spiel

Die Hauptfigur sitzt in einem dunklen Raum mit einem Kaffee in der Hand vor einem Pc.
Der Hauptcharakter chattet mit den Spieler*innen und macht dabei einen Programmierer-Witz.
Der Hauptcharakter erklärt, dass es ein Spiel mit Halbwahrheiten ist, welches teilweise auf echtem und fiktivem Dialog beruht.
Der Hauptcharakter erklärt, dass das Spiel seine Coming-Out & Coming-Of-Age Geschichte erzählt.
Die Spieler*innen sehen den Hauptcharakter und seinen Freund im Bett liegen und miteinander chatten.
Klassenstufen
Klasse 7/8/9
Klasse 10
Themenbezüge
möglicher Bezug zu Schulfächern
Vorschlag zum pädagogischen Einsatz

Der Coming Out Simulator bietet vielfältige Ansatzpunkte für den Einsatz im Unterricht, insbesondere dort, wo soziale, ethische und kommunikative Kompetenzen im Mittelpunkt stehen. Durch seine kurze Spieldauer, die einfache Zugänglichkeit im Browser und den starken narrativen Fokus eignet sich das Spiel gut für den gezielten Einsatz in einzelnen Unterrichtsphasen oder als Impulsmedium.

Im Ethik- oder Philosophieunterricht fördert das Spiel vor allem Empathiefähigkeit, Perspektivübernahme und moralisches Urteilsvermögen. Die Lernenden setzen sich mit Fragen von Identität, Wahrheit, Angst vor Ablehnung und Verantwortung im zwischenmenschlichen Handeln auseinander. Mithilfe des Coming Out Simulators können abstrakte ethische Fragestellungen anhand von konkreten Gesprächssituationen des Spiels erläutert werden. Anhand des Spiels können die Schüler*innen ethischen Fragestellungen auf den Grund gehen, z.B. ob und wann es moralisch gerechtfertigt erscheint, die Wahrheit zurückzuhalten oder auf welche Art sich Identiät und sozialer Zusammenhalt gegenseitig bedingen und miteinander verwoben sind. Eine mögliche Aufgabenstellung wäre der Vergleich der unterschiedlichen Dialog-Optionen und ihrer Konsequenzen.

Auch im Gemeinschaftskundeunterricht kann der Coming Out Simulator Verwendung finden. Dabei kann er die Förderung von sozialer Kompetenz unterstützen, eine demokratische Grundhaltung in der Praxis vermitteln und für Minderheitenrechte sensibilisieren. Das Spiel macht erfahrbar, wie gesellschaftliche Normen, Vorurteile und Machtverhältnisse familiäre und individuelle Entscheidungen beeinflussen können. Der Simulator punktet dabei mit seinem lebensweltlichen Zugang zu Themen wie Diskriminierung, Gleichberechtigung und gesellschaftlicher Akzeptanz. Im Unterricht kann das Spiel als Fallbeispiel dienen, an dem die Lernenden analysieren, welche Rolle gesellschaftliche Erwartungen spielen und wie rechtliche, politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen zum Schutz des Individuums und seiner Entfaltung, z.B. bei der sexuellen Vielfalt, beitragen. 

Verfügbarkeit