The Darkest Files verbindet narrative Elemente mit interaktiven Ermittlungsszenarien und richtet sich an ein Publikum, das sich für geschichtliche Themen interessiert. Das Investigation-Game mischt dabei Elemente der Adventure- und Simulation-Genres und legt den Fokus auf Ermittlungen und Gerichtsverhandlungen als Elemente des Storytelling.
Inhaltlich führt The Darkest Files in das Deutschland der 1950er-Jahre, eine Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs und der beginnenden juristischen Aufarbeitung nationalsozialistischer Verbrechen. Die Spieler*innen schlüpfen in die Rolle der jungen Staatsanwältin Esther Katz, die im Auftrag des realen Juristen Fritz Bauer historisch inspirierte NS-Verbrechen untersucht. Die Handlung basiert auf tatsächlichen Fällen und zeigt auf eindrucksvolle Weise, welche Schwierigkeiten Zeug*innen, Ermittler*innen und Justiz in dieser Zeit überwinden mussten. Durch diesen Ansatz vermittelt das Spiel einen eindringlichen Blick auf Erinnerungskultur, Verantwortung und die Herausforderungen der Nachkriegsjustiz. Im Zentrum des Gameplays stehen Recherche, Analyse und kritisches Denken. Die Spieler*innen befragen Zeugen und Verdächtige, untersuchen Akten und Beweisdokumente und setzen große wie kleine Hinweise zu einem kohärenten Tathergang zusammen. Die deduktiven Aufgaben, der Vergleich widersprüchlicher Aussagen sowie die abschließenden Rekonstruktionen vor Gericht sorgen für einen hohen Grad an Interaktivität. Auf künstlerischer Ebene überzeugt das Spiel mit einem stilisierten Cell-Shading-Look, welcher stark an die Pulp-Comics der 1950er Jahre erinnert, sowie durch eine vollständige englische Sprachausgabe mit deutschen Untertiteln.
The Darkest Files besitzt eine USK-Einstufung ab 12 Jahren und eignet sich insbesondere für den Einsatz im Schulunterricht ab der zehnten Klasse, da es thematisch intensive, realweltbezogene Inhalte behandelt und ein reflektiertes historisches Verständnis voraussetzt. Entwickelt wurde The Darkest Files vom Berliner Indie-Studio Paintbucket Games, das sich bereits zuvor einen Namen mit politisch und gesellschaftlich relevanten Titeln, wie Through the Darkest of Times und Beholder 3, gemacht hat. Mit The Darkest Files liefert das Studio ein weiteres Werk, das historische Themen mit erzählerischer Tiefe und spielerischer Zugänglichkeit verbindet.
- Abenteuer
- Narrative
- Detektiv
- Gesamtspieldauer: ca 6h
€€ 11-25€
€€€ über 25 Euro
Bilder und Videos zum Spiel
The Darkest Files bietet durch seine Mischung aus historischer Aufarbeitung, investigativem Gameplay und narrativer Tiefe vielfältige Anknüpfungspunkte für den Unterricht. Die Thematik des Spiels bietet sich insbesondere für den Geschichtsunterricht an und ermöglicht eine aktive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit und der juristischen Aufarbeitung der Kriegsverbrechen in der Nachkriegszeit. The Darkest Files punktet dabei mit historischer Detailtreue und einem packenden Narrativ. Durch den Spielablauf üben sich die Schüler*innen in Quellenkritik, historische Urteilskompetenz und Perspektivübernahme, indem sie widersprüchliche Aussagen analysieren, Beweise vergleichen und historische Zusammenhänge rekonstruieren. The Darkest Files gelingt dabei eine intensive und lebensnahe Konfrontation mit realen historischen Problemlagen, welche die SuS dazu anregt, Begriffen wie Verantwortung, Erinnerungskultur und Rechtsstaatlichkeit nicht nur theoretisch zu konzipieren, sondern erfahrungsbezogen nachzuvollziehen.
In den Fächern Ethik und Religion kann das Spiel ebenfalls eingesetzt werden, da moralische Konflikte, Schuldfragen und individuelle Verantwortung zentrale Motive des Spiels darstellen. Anhand der Auseinandersetzungen im Spiel können die Schüler*innen ethische Dilemmata untersuchen und sich mit Fragen nach Gerechtigkeit, Handlungsverantwortung und dem Umgang mit historischen Traumata beschäftigen. Das Spiel fördert so die moralische Urteilsfähigkeit und unterstützt eine sensible, empathische Auseinandersetzung mit belastenden Themen.
Im Deutschunterricht widerum erlaubt The Darkest Files eine fokussierte Betrachtung sprachlicher und narrativer Gestaltung. Die vielen Dialoge und Zeugenaussagen laden dazu ein, Sprachstrukturen, Erzählperspektiven und rhetorische Mittel zu analysieren. Auf diese Weise fördert das Spiel Analysekompetenzen, sprachliche Sensibilität und das Verständnis dafür, wie Sprache Wirklichkeit konstruiert und beeinflusst.
Auch im Gemeinschaftskundeunterricht kann das Spiel eingesetzt werden, da es wichtige gesellschaftliche Themen wie Rechtsprechung, demokratische Institutionen und politische Verantwortung anspricht. Lernende entwickeln dadurch ein tieferes Verständnis für Rechtsstaatlichkeit, für die Bedeutung unabhängiger Justizsysteme und für den politischen Umgang mit autoritären Vergangenheiten.